Kommunikationsguerilla
Texte
Aus dem Handbuch der Kommunikationsguerilla
( Cover 1-3 )
Was in diesem Buch versucht wird, ist paradox. Hier wird auf höchst ernsthafte Art die graue Theorie einer Praxis vorgestellt, die nicht nur subversiv sein, sondern auch noch Lust und Vergnügen bereiten soll.
Kommunikationsguerilla will die Selbstverständlichkeit und vermeintliche Natürlichkeit der herrschenden Ordnung untergraben. Ihre mögliche Subversivität besteht zunächst darin, die Legitimität der Macht in Frage zu stellen und damit den Raum für Utopien überhaupt wieder zu öffnen.
Weitere Texte
Im Januar 1994 verbreiteten die ZapatistInnen (1) Communiqués über ihren Aufstand in Chiapas weltweit über E-Mail. Die Wirksamkeit des Internets für die zapatistische Bewegung wurde im Zuge der Internet-Euphorie der 1990er Jahre so hoch eingeschätzt, dass manche sogar von einer "Revolution im Internet" sprachen.
Vor ein paar Jahren haben wir den Begriff "Kommunikationsguerilla" geprägt, um eine Anzahl politischer Praxisformen zu bezeichnen - Praxisformen, die alte Grenzziehungen zwischen politischer Aktion und Alltagswelt, subjektiver Wut und rationalem politischem Handeln, Kunst und Politik, Begehren und Arbeit, Theorie und Praxis überschreiten.
Idealtypisch lassen sich innerhalb der Linken zwei verschiedene Praxen der Kritik an den herrschenden Verhältnissen unterscheiden, die auch die linke Diskussion um Subkultur prägen. Während für die einen "links sein" ausschließlich eine politische oder auch ideologiekritische Positionierung darstellt, macht für die anderen radikale Kritik nur dann Sinn, wenn sie die Konsequenz hat, daraus im eigenen Alltag neue Lebensformen zu entwickeln, oder zumindest eng mit einem entsprechenden Lebensgefühl verbunden ist.
Erboste christliche Fundamentalisten mobilisierten im Sommer 2000 gegen die Aufführung des Theaterstücks “Corpus Christi” von Terrence McNally?, das Homosexualität und christliche Religion thematisiert. Wo immer das Stück aufgeführt wird, taucht wie ein Wanderzirkus ein fundamentalistischer katholischer Priester mit Anhang auf.
Obwohl die (radikale) Linke sich permanent selbst darüber vergewissert, welch toter Hund sie im Grunde genommen sei, will sie doch immer noch nicht ganz daran glauben.
Vor dem Hintergrund unserer Kritik an (linken) technizistischen Kommunikationsmodellen, wollen wir im folgenden zum einen den aktuellen Diskurs über das Netz diskutieren ...
Die versammelte politische (und herrschende) Klasse, die seit einem Jahr unaufhörlich die Stimmung gegen die Flüchtlinge und Menschen ohne deutschen Paß aufheizte, die bereits heute über diverse Ausnahmegesetze Menschen erster und zweiter Klasse produziert, hatte die Untertanen zur Demonstration gerufen.
Es geht um das Ausmaß der Unfähigkeit auf Seiten der Linken, sich den wahren Problemen der Strategie und Taktik eines massenhaft geführten antirassistischen Kampfes zu stellen und sie konstruktiv durchzudiskutieren.
Praxis: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8